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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

George Sand & Fryderyk Chopin

George Sand & Fryderyk Chopin

Florian Russi

Die junge George Sand
Die junge George Sand

Die französische Schriftstellerin George Sand ( 1804-1874) war eine Nachfahrin des Sachsen- und Polenkönigs August des Starken und eine für die damalige Zeit ungewöhnlich emanzipierte Frau. Sie trug häufig Hosen, was damals noch für Frauen als unschicklich galt, rauchte Zigarren und zeigte keine Bereitschaft, sich von Männern unterordnen zu lassen.

Von ihrem Ehemann, von dem sie den Sohn Maurice und die Tochter Jolande hatte, trennte sie sich 1831. Sie war eine hochgebildete und kreative Frau, die insgesamt 180 Bücher veröffentlichte. Zu ihren Bewunderern gehörten u. a. Honororé de Balzac, Alexandre Dumas, Franz Liszt, Heinrich Heine und Gustave Flaubert.

George Sand unterhielt zahlreiche Liebesbeziehungen. 1836 begegnete sie in einem Pariser Salon dem polnischen Komponisten und Pianisten Fryderyk Chopin (1810-1849). Anfänglich war sie ihm unsympathisch, doch bald lernte er sie als anregende und verständnisvolle Gesprächs- und Liebespartnerin schätzen. Neun Jahre lang unterhielten sie eine für beide fruchtbare Beziehung. Häufig war Chopin Gast auf dem Landgut der Schriftstellerin in Nohant, wo einige seiner Werke entstanden sind.

Fryderyk Chopin 1836
Fryderyk Chopin 1836


Den Winter 1837/38 verbrachte das Paar zusammen mit George Sands Kindern auf Mallorca. Im milden Klima der Mittelmeerinsel sollten der an Rheuma leidende Maurice und der kränkelnde Komponist Erholung finden. Mallorquinische Ärzte stellten erstmals fest, dass Chopin an Tuberkulose litt.

Bei den katholisch geprägten und damals noch nicht auf multikulturelle Fernreisende eingestellten Bewohnern der Insel scheinen die vier „queren“ Gäste nicht immer auf Wohlwollen gestoßen zu sein. In ihrem vielgelesenen Reisebericht „Ein Winter auf Mallorca“ hat die Sand sehr anschaulich über ihre Erlebnisse berichtet. Die längste Zeit ihres Aufenthaltes verbrachte sie in einer Zellenwohnung in einem aufgelösten Kartäuserkloster in Valldemossa an der Westküste der Insel. Hier vollendete Chopin die „ 24 Preludes“, die zu seinen bekanntesten Werken gehören.


Valldemossa, Mallorca. K. Korlević
Valldemossa, Mallorca. K. Korlević


Jeden Tag besuchen Touristen diesen inzwischen zum Museum umfunktionierten Ort und gedenken der ungewöhnlichen Liebe zweier außergewöhnlicher Menschen.

Quelle

Russi, Florian: Berühmte Liebespaare. Bertuch Verlag Weimar 2017
ISBN 978-3-86397-064-2


Bildnachweis

Kopfbild: Español: Exposition, Frédéric Chopin, la cartuja de Valldemosa - Urheber: Grzegorz Wysocki

Portrait of George Sand: Maler Auguste Charpentier (1813-1880)

Portrait of Fryderyk Chopin: Künstlerin Maria Wodzińska (1819-1896)

Valldemossa, Mallorca. K. Korlević



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