Sachsen-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Sachsen-Lese
Unser Leseangebot

Tee mit der Königin

Kurzgeschichten aus Wales herausgegeben und übersetzt von Frank Meyer und Angharad Price.

De teire Pris

De teire Pris

De Neideitel

Dr Meinels Lob vun Stagrü, e alter Webermaaster, war kaa Dummer. ‘r hot viel gelesen und, wenn‘r in sann Wärkstuhl saz, drüber noochgedacht und sinniert. Dr Pfarrner und dr Lehrer haben siech gern mit ne unnerhalten und siech oft gewunnert, wue dr Lob seine Kenntnis her heet. Aß‘r oft aah bissig sei kunnt und manichsmol ann, af den‘r enn Pieck hatt, ordentlich ausgestraaft hot, des war in Dorf und in der ganzen Imgegnd bekannt. Nebnbei gesogt, ‘r hot fer sei Lebn gern geschnupft.

Emol is‘r in Nachbersteedtel aufm Amtsgericht als Zeig virgeloden gewesen.

De Verhannling is in schänsten Gang. Dr Lob werd aufgerufen, sogt – wie‘r vereidigt war – sei Sach aus und nimmt noochert, wie‘r ‘sch esue gewähnt is, aus seiner Schnupftobakdues e Pris. Des gang nu net ganz ahne Geraisch oh, und mer heet‘s in ne ganzen Saal gehärt, wie dr Lob die net ganz klaane Portiah Tobak hinnergezuen hot. Dr Amtsvirstand runzelt de Stärr und gibbt ne Lob ze verstiehe, aß siech sue wos vur Gericht net schicken teet.

Do schaut mei Lob ne Amtsrichter ah und sogt: „Herr Amtsvirstand, iech ho scha in besserer Gesellschaft geschnupft.“

De Leit, de wos dorte warn, mussten ah siech halten, aß se net rausgeplatzt sei. Ne Lob ober hot dar Spaß e paar Mark Ordningsstrof eigetrogn. ‘r heet sich ober watter nix draus gemacht und dodorch net as dr Ruh brenge lossen. ‘r war ebn – wie mer esue sogt – e Philesueph.

 

Quelle Neidetel- Buch

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen