Sachsen-Lese

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Ich bin recht wohl hier aufgenommen

Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Lesung mit Klaus-Werner Haupt im Schloss Nöthnitz

Lesung mit Klaus-Werner Haupt im Schloss Nöthnitz

Carolin Eberhardt

„Ich bin recht wohl hier aufgenommen worden“

 

Am 10.09.2023 öffnete das Schloss Nöthnitz anlässlich des Tag des offenen Denkmals seine Pforten für interessierte Besucher. Ab 13:00 Uhr war es möglich, das Schloss zu besichtigen, um 14:00 Uhr begann die offizielle Schlossführung mit dem jetzigen Schlosseigentümer Jan Horsky. Insgesamt waren zur Führung ca. 80 Besucher anwesend, so dass Herr Horsky umdisponieren musste. So startete der Rundgang nicht, wie bei vergangenen Führungen üblich, im Foyer, sondern die Gäste wurden in den Festsaal gebeten und in zwei Gruppen aufgeteilt.

Ein besonderes Highlight des Tages war die Lesung von Klaus-Werner Haupt, die für 16:00 Uhr angesetzt war und in deren Mittelpunkt seine neueste Publikation „Ich bin recht wohl hier aufgenommen worden: Winckelmann auf Schloss Nöthnitz und in Dresden“ stand. Das Buch beschäftigt sich mit biographischen Hintergründen Johann Joachim Winckelmanns, darüber hinaus mit den wissenschaftlichen Aspekten seiner Arbeit. Grundlage für die Ausarbeitung Haupts waren unter anderem die Briefe Winckelmanns aus seiner Zeit in Sachsen, von denen mehr als 50 erhalten sind. Nicht nur Haupts Buch erschien anlässlich des 275. Jubiläums der Ankunft Winckelmanns in Sachsen, auch der Tag des offenen Denkmals in Schloss Nöthnitz stand ganz im Zeichen dieses Jahrestages.

Die Lesung war gut besucht, 50 Zuhörer waren anwesend und folgten interessiert den Ausführungen des Autors. Der Fokus der Lesung war, wie sollte es auch anders sein, auf die Passagen des Buches gerichtet, die Winckelmanns Ankunft in Schloss Nöthnitz auf Geheiß Heinrich Graf von Bünaus, seine Erfahrungen während seiner Tätigkeit als Bibliothekar bis hin zu seiner Abreise nach Rom näher beleuchten. Der Autor Klaus-Werner Haupt veröffentlichte bereits zuvor verschiedene Publikationen über Winckelmann, darunter „Winckelmann im Kreise der Gelehrten“, und engagiert sich aktiv in der Winckelmann Gesellschaft. Der Lesung Haupts schloss sich Jan Horsky mit einer kurzen Kostprobe seines in dem neuen Buch veröffentlichten Gastbeitrages an.

Es folgte eine Dankesbekundung durch die Beisitzerin des Fördervereins „Freunde Schloss Nötznitz e.V.“, Irmela Werner, sowie durch den Schlossherrn, bei der dem Autor ein Blumenstrauß überreicht wurde. Im Anschluss an die Lesung konnten die Besucher neben „Ich bin recht wohl hier aufgenommen wurden“, auch Haupts Bücher „Francesco Algarotti: Gelehrter-Connaisseur-Poet“ sowie „London kommt! Pückler und Fontane in England“ erwerben. Der Autor stand für Fragen und intensive Gespräche zur Verfügung, die ein oder andere Widmung und Signatur flossen aus seiner Feder in die neu erworbenen Bücher seiner Gäste.

 

Schloss Nöthnitz

 

Adresse

Am Schloß

01728 Bannewitz

 

 

*****

Fotos: Carolin Eberhardt.

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