Sachsen-Lese

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Unser Leseangebot

Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Kanitz-Kyawsche Gruftkapelle

Kanitz-Kyawsche Gruftkapelle

Überraschende Entdeckungen unter Tage

In unerwarteter Pracht steht sie da: die Kanitz-Kyawsche Grabkapelle. Neben der ebenfalls barocken, ab 1705 erbauten und 1711 geweihten, Kirche, auf deren Gelände sie steht, ist sie das barocke Kleinod auf dem Friedhof von Hainewalde. Die Ruhestätte ist ein verputzter Ziegelbau auf quadratischem Grundriss. Ihr Baumeister ist nicht sicher ermittelt, dem böhmischen Bildhauer Franz Biener wird der Skulpturenschmuck zugeordnet. Sofort ins Auge fallen die 17 jeweils paarweise aufgestellten Sandsteinskulpturen, die Allegorien irdischen Leidens und himmlischer Glückseligkeit im Sinn des klassischen Pietismus der Barockzeit sind. Beschriftungen weisen auf die hier begrabenen Personen hin. Neben dem kursächsischen Oberst Otto Ludwig von Kanitz, der die barocke Begräbnisstätte 1715 stiftete, und seiner Gemahlin Victoria Tugendreich, geb. Kyaw, sollen hier weitere dort erwähnte Personen begraben sein. Mehrfach wurde die Außenseite der Gruft saniert.

Doch manche Geheimnisse werden nur durch Zufall entdeckt. So geschah es 2006, dass ein verschüttet geglaubter Kellerraum und die Särge der Erbauer entdeckt wurden. 2007 fand man drei Sarkophage, deren ältester mit 1597 datiert ist, und die somit älter als die Grabkapelle und die Kirche sind. Diese Funde gehören in die Zeit des ersten bekannten Herrensitzes und eines Wasserschlosses in Hainewalde. Bei der Grabkapelle geht die Suche weiter nach einem seit Langem vermuteten Gang zwischen der Kirche und der Kanitz-Kyawschen Gruft …


Adresse

Am Kirchberg 3

02779 Hainewalde

www.kirche-grossschoenau.de/hainewalde/geschichte


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Textquelle:

Philipp, Almut: Die Lausitz - die 99 besonderen Seiten der Region: Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2018.

Bildquelle:

Almut Philipp.

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