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Heinz Peter Brogiato/Mathias Röschner
Koloniale Spuren in den Archiven der Leibniz-Gemeinschaft
Sachbuch

ET: Mai 2020

Wie gehen wir mit unserer kolonialen Vergangenheit um?

Fachleute aus elf Archiven von Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft widmen sich dem Thema »Kolonialismus« aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Die Beiträge spannen einen weiten Bogen von der frühkolonialen Afrika­forschung über postkoloniale Ideen im Rahmen eines technokratischen Megaprojekts bis zu den antikolonialen Bewegungen der 1960er Jahre in Westdeutschland, städtebaulichen Aktivitäten der DDR-Architektur in den jungen Nationalstaaten und der kritischen Aufarbeitung der Thematik.

Historischer Personenaufzug

Historischer Personenaufzug

Henner Kotte

Wie eine Rakete

„Herr Rudolf Sendig, Hotelier in Schandau, hatte sich mit der Anlage des elektrischen Fahrstuhles die Aufgabe gestellt, dem Publikum den Besuch seiner Anlagen, der Sendig-Villen in Ostrau, zu erleichtern.“ Die renommierte Dresdner Firma „Kühnscherf & Söhne“ plante. Wie eine Rakete samt Rampe steht der Aufzug seit 1904 am Fels und zählt zu den Wahrzeichen der Region. „Der freistehende, 52,26 m hohe Turm ist in solider Bauart aus Stahl errichtet und durch eine Brücke mit einem Waldweg verbunden. Er ist der ‚kleine Bruder‘ des 152 m hohen Hammetschwandliftes am Bürgenstock/Vierwaldstätter See bei Luzern in der Schweiz.“ Am Boden beträgt die Breite 5,20 Meter, nach oben hin verjüngt sich das Bauwerk auf 2,50 Meter.

Am oberen Ausstieg befindet sich eine Aussichtsplattform von 1,25 Metern. Diese ist mit einer 27,80 Meter langen Brücke mit der Spitze der Felswand verbunden. Der Aufzug überwindet einen Höhenunterschied von 47,76 Metern. „Der Antrieb des Aufzugs erfolgte von Anfang an durch elektrischen Strom, bis 1921 mit Gleichstrom. Dieser wurde während der Sommermonate aus der Fahrleitung der elektrischen Kirnitzschtalbahn entnommen, im Winter und im Notfall erfolgte die Versorgung durch einen Akkumulator (…)“ 1954 wurde das technisch-architektonische Meisterwerk unter Denkmalsschutz gestellt, doch blieb er seit 1984 unbenutzbar. Saniert erlangte der Aufzug Popularität als „größte Kerze der Welt“ in Wes Andersons Film „Grand Budapest Hotel“. Finanzier Sendig bemerkte später: „Hätte ich in die Zukunft blicken können, so wäre der Fahrstuhl unbedingt noch einmal so hoch angelegt worden.“

Adresse

Rudolf-Sendig-Straße

01814 Bad Schandau

Der Aufzug führt von Bad Schandau auf die Ostrauer Scheibe.


*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Carolin Eberhardt.

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