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Gabriel Machemer
Die Heimkehr der Hütchenspieler
Ein Kolportageroman

Der Student G. hat sich auf einem alten Fabrik­gelände in einer verfallenen Villa eingenistet. Dort muss er sich nicht nur mit der einsturzgefährdeten Decke, sondern auch mit dem Pächter herumschlagen. Doch G. weiß: Um seinen Lebenstraum zu erfüllen, muss er verharren und die widrigen Umstände aushalten. Nur so kann er ein Kulturzentrum errichten und seine eigene Diskothek eröffnen. Mit Witz und Ironie nimmt Gabriel Machemer in seinem neuen Roman menschliche Schwächen ins Auge. Sein Blick gilt den Kleinigkeiten, dem Unbeständigen, Ungewissen, in das er seine Charaktere schickt.

Felsennadel Barbarine

Felsennadel Barbarine

Henner Kotte

Spröde Jungfer

Im Massiv der Pfaffensteine steht 42,7 Meter hoch und frei die Felsnadel der Barbarine und avancierte zum Wahrzeichen der Bergsteiger. Sagen und Gerüchte ranken sich um sie. Dieser Stein sei das „immerwährende Mahnmal eines Strafgerichts, nach welchem es geschehen seyn soll, daß eine Mutter ihre Tochter Barbarine Sonntags habe heißen in die Kirche gehen, die Tochter aber sey währender Kirche auf den Pfaffstein in die Heydelbeere gegangen, und als sie die Mutter daselbst angetroffen, habe sie die Tochter im Zorn verwünschet, daß sie müsse auf der Stelle zum Stein werden; worauf solches augenblicklich also geschehen, und daher diese zum Stein gewordene Jungfer auf immer allhier stehe, und mit ihrem Steinbilde alle ungehorsame Kinder warne“. Andere wissen: Barbarine hätte hier versteckt im Fels ihren Geliebten getroffen. Lange Zeit galt sie als unbezwingbar: Überhänge und Risse erschweren ihre Besteigung.

Erst 1905 gelang es Kletterer Felix Wendeschuh, bis zum Spaltenende vorzudringen. Den Erzählungen nach soll ihn der Wirt Pfaffenstein mit der Androhung einer Strafanzeige zur Umkehr genötigt haben. Auch die Athleten Rudolf Fehrmann und Oliver Perry-Smith verwehrten sich den endgültigen Draufstieg: Sie waren zu erschöpft, zum Gipfel zu kommen. Fakt aber: 1905 gilt als Jahr von Barbarines Erstbesteigung. Zu dieser Zeit waren selbst Mont Blanc und das Matterhorn nicht mehr jungfräulich. Wetterunbill ließ den Felsen fortschreitend erodieren. Bereits 1946 verfestigte man ihn mittels Beton. Stahlseile sichern den gesprengten Kopf. 1975 verbot man die Besteigung der Barbarine, nicht ihren Anblick.


Adresse

Am Südende des Pfaffensteins

01824 Pfaffendorf

*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Vorschaubild: Ansichtskarte mit Darstellung der Erstbesteigung, 1906, Urheber: Verlag Max Köhler, Dresden via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Ansicht der Barbarine von Osten, 2012, Urheber: Bytfisch via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

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