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Der Traum des Mauerseglers

Berndt Seites Gedichte schätzen die Kraft des Moments. Sie tauchen in ihn ein, entdecken Höhen und Abgründe und legen dabei Vers für Vers frei, wie wir durch das Leben gehen, wer wir sein wollen und wer wir – manchmal wider Willen – dabei werden.

Es sind Gedichte, die träumen, schimpfen und scherzen, sie führen uns von leisen Beobachtungen hin zu den ersten Fragen, die damit ringen, womöglich zu den letzten zu gehören.

Begrobn oder verbrenne

Begrobn oder verbrenne

Erzgebirgische Mundart

Zwönitz - Georgenplatz, 1912.
Zwönitz - Georgenplatz, 1912.


Do hot mir emol dr Ullmann-Paul ä schiens Ding erzöhlt.- Wie domols is Krematorium aufkam, do hot dos bei die Leit, die ernst un genau an Bibelwort glaabn, en grußen Aufruhr gaabn, wall‘s doch haaßt, doss dr Mensch nooch senn Tud leibhaftig wieder auferstieht. Ober wenn‘r verbrannt werd, wos is dä nocherts? Do soßn nu in dr Zwäntz e paar alte Leit zum Feierobnd of dr Bank un tatn sich dodrüber unnerhalten. Dr Enten-Korl hatt sich verbrenne lossen. Do gung no dos Reden hi un haar. Dr Tav saat: „Nu, mit dann Verbrenne, dos is gar kaa urachte Sach. Do is allis mit aamol erledigt, un dos weng Asch lässt sich leichter aufhebn wie die vieln Knochen.“

Do war ober sei Freind ganz erbost un saat: „Du kasst dich ja su neimodisch verbrenne lossen. Iech, iech loss mich begrobn, su wie iech‘s von klaa auf gewähnt bi.“

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