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Albrecht Franke
Christa Johannsen – ein erfundenes Leben
Ein Schriftstellerinnenleben im 20. Jahrhundert

Die Schriftstellerin Christa Johannsen (1914–1981) war in der DDR etabliert: mit zahlreichen Veröffentlichungen, diverse Auszeichnungen, der Mitarbeit im Schriftstellerverband und in der CDU. Sie engagierte sich für eine Literatur ohne Bevormundung und den literarischen Nachwuchs, leitete »Zirkel schreibender Arbeiter« und in den frühen 1970er Jahren die Gruppe »Junge Prosaisten«.
Einer ihrer damaligen Schüler, Albrecht Franke, hat ihrem Leben nachgespürt und dabei festgestellt, dass er seine einstige Lehrerin überhaupt nicht kannte. Er stößt u.a. auf Texte aus der NS-Zeit, einen höchst zweifelhaften Doktortitel, politische Lobhudeleien in der DDR und unter Pseudonym veröffentlichte Gegenreden im Westen.
Franke entwickelt eine ebenso ungewöhnliche wie typische Biografie des 20. Jahrhunderts. Einen tragikomischen Lebenslauf zwischen Verbergen und Anpassen, aber ebenso zwischen Aufmucken und unkonventionellem Lebensstil. So entsteht nicht nur die Erzählung eines Lebens, sondern eine Geschichte der Literatur des früheren Bezirkes Magdeburg, der DDR und Deutschlands.

Zittau

Zittau

Almut Philipp

Überraschende Schönheit

Aus der geografischen Lage Zittaus im südöstlichen Zipfel Sachsens könnte geschlossen werden, man sei hier zu Füßen des Zittauer Gebirges, am Rand des Landes. Doch wer auch nur die Altstadt betritt und dem „Kulturpfad“ mit 52 Orten folgt, verspürt schnell: Die Stadt, die immer irgendwie im Grenzland „lebte“, überliefert europäisches Selbstverständnis, das nicht nur mit der heute polnischen und tschechischen Nachbarschaft, sondern davor schon brandenburgisch, böhmisch, schlesisch und sächsisch lebte. An der einzigen Straße von Prag zur Ostsee gelegen, war sie Teil des Sechsstädtebundes. Nun führt die Via Sacra auf alten Handels- und Pilgerwegen über 550 Kilometer zu den sakralen Kunstwerken und Bauten in der Oberlausitz, in Zittau zu den zwei Zittauer Fastentüchern.

Im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster wird das „Kleine Fastentuch“ von 1573, in der als Museum gestalteten Kreuzkirche das „Große Fastentuch“ von 1472 mit 8,20 mal 6,80 Metern ausgestellt. Mit der Damast- und Tuchherstellung, den Tuchhändlern und dem Salzrecht wurde die Stadt reich. Die Renaissancepracht, später auch die barocke, der sanierten Häuser zeugt davon. Im benachbarten Textildorf Großschönau gibt es noch Produktionsstätten. In der Neustadt fällt sogleich das imposante Salzhaus, einst Rüstkammer, Pferdestall, Lagerhaus und Kornmagazin, auf. 1511 gebaut, erhielt der Speicherbau 1730 noch ein Man­sardendach mit fünf Etagen. Für das über 750 Jahre alte Zittau und seine bewundernswerten Orte braucht man etwas Zeit.

Touristinformation Zittau

Markt 1

02763 Zittau

Tel.: 03583 / 752200

https://www.zittauer-gebirge.com/de/

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Textquelle:

Philipp, Almut: Die Lausitz - die 99 besonderen Seiten der Region: Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2018.

Bildquelle:

Almut Philipp.

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02763 Zittau

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