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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Beedhoven

Beedhoven

Noten der 'Neinden'
Noten der 'Neinden'

Der Redner Kranz liehschd schwer danieder,
Gebrochen von des Alders Machd,
Sei Freind, der Musigger Garl Kunze,
Sidzd an dem Grangkenbedd unn wachd.

Uff eemal sahchd der Grangke leise:
"Du, Garle, mach' ne Freide mir,
Unn schbiele mir zum ledzden Male
Beedhovens 'Neinde' am Glavier!

Das Nodenhefd liehchd dord im Bulde,
Das alde, Garl, du gennsd es doch,
Nimm's raus unn schbiele mir vorm Schderben
den dridden Sadz der 'Neinden' noch!"

Ludwig van Beethoven, Gemälde von K.J. Stieler
Ludwig van Beethoven, Gemälde von K.J. Stieler

"Nu gern!" sahchd Garl, gehd hin zum Bulde,
Unn hohld das gelbliche Babier:
"Ich weeß' nich, Franz ob's noch wärd gehen,
Ich hab' die Brille nich bei mir!" -

Er sedzd sich hin, fängd an ze schbielen,
Die schwachen Oogen dichd am Bladd;
Der Franz heerd zu in sel'ger Ahndachd,
Den alden Gobb im Gissen madd.

Nach eener Weile schbrichd er flisdernd:
"Ich weeß nich, Garle, liehchd's an mir?
Das glingd mir alles heid so fremde,
Was schbielsd'n du uff'm Glavier?"

Der Garl heerd uff, guggd in die Noden:
"Ne wahr? Ich hawe's ooch gefiehld,
Im Hefd sinn so viel Fliegendregger,
Die haw' ich, gloob' ich, midgeschbield!"

 

Quelle

Säk‘sches Gemiese. Eiene Sammlung der lustigen Dichtungen in sächsischer Mundart.

Verlag A. Bergmann – Leipzig o. J. (vor 1936) Autor: Robert Zimmermann

Das Bild des Komponisten und die Noten der 'Neinden' sind Wikipedia entnommen und gemeinfrei