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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Dr Zauwerlährling

Dr Zauwerlährling

Lene Voigt

Zauberlehrling von S. Barth.
Zauberlehrling von S. Barth.

Heite bin ich mal alleene

Un dr Meester iwer Land.

Ei härrjehses, das wärd scheene:

Jetz dud zauwern meine Hand!

Nu gomm här, du alder Bäsen,

Riehr‘ dich flink un socke los!

Ich bin ooch ä heeres Wäsen,

Nich etwa dr Meester bloß.


Gugge doch, schon dudr flitzen

Wie ä Wiesel hin un här!

Freilich, der gann ooch mal schwitzen,

Ich habb‘s grade reichlich schwär.

Da, schon bringtr Uffwaschwasser!

So is bibbsch, mei braves Dier.

Wänn dr Meester wißte, daßr

Hat‘ ne Gonggurränz in mir!


Na, nu is genug, mei Liewer,

Häre jetz mal wieder uff!

Sonst leeft noch de Wanne iwer.

Hierbleim sollste, horch doch druff!

Ne, da saust das dumme Luder

Nochmal mit‘n Ämmer* los!

Hehnischooch noch feixen dudr

Um sei Holzmaul riesengroß.


Himmel, ich hab‘s Wort vergässen,

Wie dän Gärl mr bänd‘chen muß!

Un schon säbbelt wie besässen

Där uuf‘s neie hin zum Fluß.

Ach du griene Neine , `s Wasser

Schteht ä Meder hoch im Haus!

Immer feichter wärds un nasser.

(‘s Bäste is, ich zieh mich aus.)


Hach, jetz weeß ich‘s, was ich mache:

Mit‘n Beile hack‘ ich zu,

Gommtr wieder, der Abache,

So verschaff‘ch mr meine Ruh‘.

Goddverbibbch, jetz habb‘ch geschbalten

Glicklich dän Verflixten, doch

Dafier habb‘ch nu zwee erhalten

Un die matschen immer noch!



Meester, Meester, gomm doch wieder!

Ach mei liewer guder Härr!

Die zwee glabbs‘chen Bäsenbrieder

Iwerschwämm‘ ja schon `s Bardärr‘.

Niemals will ich wieder sind‘chen,

Gomm, mei Schäff, un schbrich das Wort!

Ach, ich fiehl‘s: er wärd mir gind‘chen

Un zum ärschten muß ich fort.


Quelle:

Voigt, Lene: Säk‘sche Balladen. Leipzig o. J. (vor 1

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