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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Kieselack

Kieselack

Hans von Weber

Blick auf den Lilienstein und die Sächsische Schweiz über die Felsen der Bastei (1)
Blick auf den Lilienstein und die Sächsische Schweiz über die Felsen der Bastei (1)


Das war so ungefähr zwischen 1880 und 1890, dass in ganz Europa der Name «Kieselack» bekannt wurde.

Kaiser Franz Joseph 1898 (2)
Kaiser Franz Joseph 1898 (2)

Kieselack war Sachse. Er war von der fixen Idee besessen, seinen Namen bekannt zu machen. Er war ein Reklamegenie, aber ohne jedes Ziel. Selbst hatte er gar nichts davon, er wollte nur bekannt werden. So schrieb er, wo er nur hinkam — und er kam leider überall hin —‚ auf Tisch und an Wände, quer über Felsen und Pyramiden, in Gasthofzimmer und an Denkmäler, bald klein, bald wieder in bunten Farben riesengroß seinen Namen Kieselack. Kieselack las man auf Ministertischen und in Aborten, Kieselack am Mont Blanc und in den Tälern der sächsischen Schweiz.
Ganz besonders wild aber hatte er es in den österreichischen Alpen getrieben. Dem alten Kaiser, demselben, dem „nichts erspart geblieben ist“‚ blieb auch der Kieselack nicht erspart. Und so befahl er denn, dieses seltsame Menschentier einzufangen und ihm vorzuführen. Eines Tages also hatte Kieselack «Audienz». An einem schönen Marmortisch saßen er und der alte Franz Joseph einander gegenüber. Der Kaiser nahm sich die Mühe, seinem Berühmtheitskollegen klarzumachen, dass er doch seine Alpen verschonen möchte. Und da der Kaiser sehr lieb bat und einen so sympathischen Bart hatte, wurde Kieselack schließlich gerührt und versprach dem alten Herrn in die Hand, ihm sein Österreich nicht mehr zu verkieselacken. Bis an die Tür begleitete ihn der Monarch. Als er aber an seinen Marmortisch zurückkehrte, las er darauf in großen Buchstaben:

«Kieselack»!

Bildnachweis

Foto 1: Attribution: I, Jörg Hempel

Foto 2: Wikimedia - gemeinfrei