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Florian Russi
Die Irrfahrten des Herrn Müller II
Eine moderne Odyssee

Daniel Müller ist ein aufstrebender junger Möbelkaufmann. Er hat eine Freundin, doch auch eine Kundin seiner Firma versucht ihn zu gewinnen. Als Daniel sie ermordet auffindet, spricht alles dafür, dass er der Mörder ist. Er gerät in Panik und flieht, fährt zum Flughafen und bucht den nächsten Flug ins Ausland. Im Flugzeug entdeckt ihn eine nymphomanisch veranlagte Prinzessin: Sie versteckt ihn in ihrem Schloss. Während Zielfahnder der Polizei ihm auf den Fersen sind, erlebt Daniel immer neue Abenteuer und Überraschungen …


Ewos as dr Schul

Ewos as dr Schul

Schnoken in vogtländischer Mundart

Scchulklasse und Lehrerin 1947
Scchulklasse und Lehrerin 1947

Dinne dr Schul, do stecken de Kinner mannigsmol putzigs Zeig raus, besunnersch, wenn se net aufgepasst hamm.

E Bu werd aa emol gefreegt, wenn‘r geburn wär. Do soogt der: „Dös kah iech net genau soong, ober dös waaß iech, aß iech e Sunntigskind bie; de Woch übber hot mei Mutter kaa Zeit gehatt.“

Emol freegt dr Lehre, wieviel Sinn dr Mensch heett. Aaner gibbt dös ganz richtig ah. Wie ´rsche ober aufzöhln söll, soogt ´r: „Wahnsinn, Trübsinn, Uhsinn, Blödsinn un Stumpfsinn.“

In dr Singstunn übbt dr Lehre de Lieder miet dr Geig ei. Weil des Saaten net stimm, dreht‘r drah ne Werbeln rüm, besunnersch bi dr E-Saat.
Su e klaaner Kerl beobacht‘ ne derbei un passt auf wie e Heftelmacher. Endlich kah ´r siech nimmeh halten un paltzt raus: „ De wärscht scha net ruhe, bis dr dös Ding nei dr Fress springt.“

In erer Dorfschul kunjegiert dr Lehre: Ich wasch mich – du wäscht dich – er wäscht sich – wir waschen uns – ihr wascht euch – sie waschen sich.
`r freegt nooch en Gung, welliche Zeit dös wär. Do übberleegt der e wing un soogt noochert, treiharzig: „ Dös kah när ne Sunnohmd ohmst sei, Harr Lehre.“

Emol mächt dr Lehre wissen, wuher dr Tau af ne Flurne käm. Do hebbt ahner de Händ un soogt: „Die Erde dreht siech so schnell, dass sie schwitzt.“

In dr Naturgeschichtsstunn derziehlt dr Lehrere ne Kinnern vun dr Klapperschlang‘ un freegt nooch, öb ere gemand e Tier nenne kännt, den wos mr aa net traue därfet.
Do gibbt a klaans Maadel zer Antwort: „Ne Klapperstorch, Freilein.“

Emol sei erngwu de Eltern verraast geweesen. Do werd‘s klaane Maadel krank, un dr Bruder muss de Enschulligung schreim. Do hett‘s dinne gehaaßen:

„Meine Schwester Lotte hat zu viel Pflaumen gegessen; sie muss deshalb das Klosett hüten.“


Quelle: Das lustige Neideitel-Buch. Plauen i. V. 1940

Bildnachweis

Kopfbild: Cover Das lustige Neideitel-Buch

Schulklasse und Lehrerin Bundesarchiv, Bild 183-S75969 / CC-BY-SA 3.0


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