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Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Widerstandskämpfer Sächsischer Bergsteiger

Widerstandskämpfer Sächsischer Bergsteiger

Henner Kotte

Seil gegen Hitler

„Der Widerstand wird jetzt zentral organisiert. Wir haben einen Auftrag für euch, der sehr riskant ist.“ Es war die erste offizielle Fernsehserie des Deutschen Fernsehfunks, die 1968 gesendet wurde. Regie: Willi Urbanek. Ein Straßenfeger mit der ideologisch gewollten Konsequenz: „Die Serie befasst sich in 13 Episoden, die zum Teil auf tatsächlichen Ereignissen beruhen, mit dem Widerstandskampf sächsischer Bergsteiger gegen das NS-Regime. Im Mittelpunkt der 13 Folgen stehen zwei Freunde, die von Klaus Gehrke und Ezard Hausmann gespielt wurden. Dritter im Bunde war Dieter Bellmann, der in einer späteren Folge in einen Hinterhalt gerät und erschossen wurde. (…)

Als Autor und Regisseur dieser noch schwarz-weiß gedrehten Abenteuerserie kann ich nur sagen, dass die Arbeit in der Felsenwelt der Sächsischen Schweiz sehr viel Spaß gemacht hat, wir damals ziemlich erfolgreich waren und Traumquoten erzielt haben.“ Die Geschichten basieren auf der illegalen Arbeit der „Vereinigten Kletterabteilung“. Nach „der Machtergreifung der Nationalsozialisten kamen den Sportlern ihre guten Geländekenntnisse zugute“. Geheime Grenzübertritte wurden organisiert. In der „Höhle am Satanskopf“ druckte man Agitationsmaterial, „woran zu DDR-Zeiten eine dort angebrachte Kupfertafel erinnerte, die heute verschwunden ist“. Keiner der „Roten Bergsteiger“ verriet seine Genossen. Mancher von ihnen wurde ermordet: Kurt Schlosser, Erich Glaser. „Seid einig – einig im Kampf gegen den Faschismus. In ganz Europa gibt’s keine Sicherheit, solange die Nazis an der Macht sind.“

Filmtipp

"Rote Bergsteiger", TV Serie von Willi Urbanek und Klaus Rümmler

*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Gedenkstele von Wilhelm Landgraf (1961), 2012, Urheber: Tnemtsoni via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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