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Zu Gast in Weimar

George Eliot; deutsche Übersetzung: Nadine Erler

Zu den vielen Künstlern, die es nach Weimar zog, gehörte auch die englische Schriftstellerin George Eliot. Im Sommer 1854 verbrachte sie drei Monate im kleinen, doch weltberühmten Städtchen an der Ilm. George Eliots schriftlich festgehaltenen Eindrücke sind äußerst amüsant. Dieser Blick einer Fremden lässt Weimar in anderem Licht erschienen.

Broschüre, 40 Seiten, 2019

 

Neuer Frühling

Neuer Frühling

Otto Roquette

Neuer Frühling ist gekommen,

Neues Laub und Sonnenschein,

Jedes Ohr hat ihn vernommen,

Jedes Auge saugt ihn ein.

Und das ist ein Blühn und Sprießen,

Waldesduften, Quellenfließen,

Und die Brust wird wieder weit,

Frühling, Frühling, goldne Zeit!

Von dem Felsen in die Weite Fliege hin, mein Frühlingssang,

Über Ströme und Gebreite,

Durch Gebirg und Blütenhang!

Darf nicht wandern, muss ja bleiben

Ob's mich ziehn auch will und treiben,

Doch so weit mein Himmel blau't Singen, singen will ich laut!

Wie die Welt auch wechselnd gehe,

Wie das Schicksal auch mich treibt,

Komme Glück und komme Wehe,

Wenn nur Eines mir verbleibt:

Fester Mut der freien Seele

Und die freud'ge Liederkehle, Lebenslust und Lebensdrang,

Goldnes Leben im Gesang!

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