Sachsen-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Sachsen-Lese
Unser Leseangebot

Das verlassene Krankenhaus bei Tschernobyl

Nic

Heft, 28 Seiten, 2020 - ab 23 Nov. erhältlich

Die Stadt Prypjat liegt nur 3 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Im hiesigen Krankenhaus wurden unmittelbar nach der Explosion des Atomreaktors die ersten stark verstrahlten Opfer behandelt. Viele von Ihnen sind an der massiven Strahlenbelastung gestorben.

Am 27. April 1986, einen Tag nach der Nuklearkatastrophe, wurde die Prypjat evakuiert. Seither ist die Stadt, wie auch das hier gezeigte Krankenhaus verwaist. 30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Nic führt uns auf einem Rundgang durch verlassene Gänge vorbei an verfallenen OP-Sälen und Behandlungszimmern.

Für alle Fans von Lost Places.

Ab 4 Heften versenden wir versandkostenfrei.

Zer Kerwe

Zer Kerwe

Louis Riedel

Heit haben mer de Kerwe, drim sei mer sue frueh,

de Mutter kocht Ludeln und Rindflaasch drzu,

aah Wickelkließ haben mer, vun waazene Mehl,

und Flaasch, wos mer haben miegn, drim sei mer fidel.

 

De Kerwe sell sell kumme vun „Kirchweihfest“ her,

kaa Mensch denkt zer Kerwe eich an de Kerch mehr;

an Essen und Trinken werd heit när gedacht,

gespielt und gesunge, geolbert, gelacht.

 

Acht Tog vur dr Kerwe giehet‘s Hungern drauf ah,

und sei de Kuhng fartig, nooch mach mer uns nah.

‘s is eich be meiner Seel oft net ze sogn,

weller Buhzen neigiehet in enn hungrigen Mogn!

 

Wos braucht mer fer siech und de aagne Leit!

Und wenn nu erscht gar e Herd Fremme ahzeit!

Wenn Kerwegäst kumme, des fraat ann wuehl sehr,

doch genne se wieder, fraat‘s ann oft noch mehr.

 

Zer Kerwe, do geign se und blosen se aah,

und Gunge und Maadle, die schmeißen de Baa,

und ‘s fährt epper net in de Gungen ellaa,

‘s tanzt dr alt Voter mit dr Mutter enn Raa.

 

Wer bei seiner Alten hockt gahraus, gahrei,

zer Kerwe, do schleicht‘r ins Wirtshaus miet nei.

Des sei nooch de schlimmsten, des könnt‘r mr glaabn,

wenn die‘s när derschmeckt haben, die miegn nimmer haam.

 

Zer Kerwe is alt und gung, alles fidel;

und wern de Köpf schwerner, werd manchmol Krackeel.

Des is eich e Lust, do giehet‘s lebhaftig her,

‘s kriegt mancher e Schell miet, ‘r waß net wuher.

 

Drei Tog giehet‘s sue fort, nooch is alles verbei,

nooch essen mer barfessen Erdepfelbrei;

und schmeckt‘r net, denk mer, wie‘s zer Kerwe schie war,

und fraae uns wieder afs kummete Gahr.

Bildnachweis

Kopfbild: Tanzpaare Volkstanz. Urheber: Deutsche Fotothek. Fotografen: Renate und Roger Rössing.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen