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Grit Poppe
Angstfresser
Roman

Br., 130 × 210 mm, 352 S.
ISBN 978-3-96311-239-3

Erschienen: Februar 2020


Angstfresser, der (lat. Hirudo Timor), blutegelähnlicher Parasit, der in der traditionellen chinesischen Medizin als Therapie gegen Angst- und Panik­zustände sowie Traumata eingesetzt wird. Auf anfängliche Nebenwirkungen wie Albträume, Halluzinationen, Wiedererleben früherer Gefühlszustände folgen rapide, kontinuierliche Therapieerfolge.

Scheinbar.
Kyra, eine labile junge Frau, die an den Gespenstern ihrer Vergangenheit zu zerbrechen droht, sieht die Therapie mithilfe eines Hirudo Timors als ihre letzte Chance, sich von ihren Ängsten zu befreien.
Doch was ist Schreckliches passiert, dass jedwede Erinnerung an ihre Kindheit aus ihrem Gedächtnis wie ausgelöscht erscheint?
Nach und nach kann sie sich von ihren posttraumatischen Belastungsstörungen befreien. Doch plötzlich kehren die Erinnerungen zurück und die Vergangenheit holt sie wieder ein …

Wortgewaltig, aber auch sensibel reißt Grit Poppe die Leser in einen Strudel aus Angst, Schuld und Surrealität.

Kaßberg-Gefängnis

Kaßberg-Gefängnis

Henner Kotte

Panoptisches System

„Das panoptische Gefängnis besteht aus einem Überwachungsturm im Zentrum eines kreisringförmigen Gebäudes. Mit dieser Anordnung können alle Gefangenen von einem einzigen Wärter im Überwachungsturm überwacht werden. Die Zellen sind offen und das von beiden Seiten einfallende Licht sorgt für totale Transparenz. Jede Bewegung kann registriert werden, dabei bleibt der Wärter für die Gefangenen unsichtbar.“ Nach diesem System wurde die Königlich-Sächsische Gefangenenanstalt auf dem Kaßberg konzipiert und 1886 eröffnet. Verbrecher saßen ein. Das NS-Regime nutzte das Gebäude. Nach dessen Zusammenbruch inhaftierte hier zunächst die sowjetische Besatzungsmacht, bevor die Anlage vom MfS betrieben wurde. Mit der Bezeichnung UHA – Untersuchungshaftanstalt – verschleierte man, dass hier kaum polizeiliche Verhörmethoden bei den politisch Missliebigen angewandt wurden.

Stets erweitert, fanden hier letztlich 370 Inhaftierte Platz. „Seit der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wickelte im Auftrag der SED das MfS die Entlassung der von der BRD gegen Devisen freigekauften Häftlinge über diese MfS-UHA ab. Dafür gab es drei gute Gründe. Erstens zwangen Baumaßnahmen in der Strafvollzugseinrichtung Berlin II dazu, auf ein anderes Gefängnis auszuweichen. Zweitens war der Transportweg kurz. Und drittens hatte die UHA Karl-Marx-Stadt die erforderliche Größe, um mehrere hundert Häftlinge kurzfristig zusätzlich aufnehmen zu können.“ Mehr als 33.000 verließen von hier ihre Heimat DDR. Heute ein Museumsort zum Lernen und Gedenken.

Adresse und Kontakt

Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis

Kaßbergstraße 17

09112 Chemnitz

Tel.: 0371 / 3824854

https://gedenkort-kassberg.de/


*****

Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Ehemaliges Gefängnis am Landgericht angrenzend, 2013, Urheber: (dwt). via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit Chemnitz Kaßberg 04, 2014, Urheber: Rillke via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit Chemnitz Kaßberg 06, 2014, Urheber: Rillke via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit Chemnitz Kaßberg 03, 2014, Urheber: Rillke via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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