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Johannes E. R. Berthold
Die Bunte-Kinder

wahrhaftige Geschichten aus einer wundervolle Kindheit auf dem Land

´s Ergännen

´s Ergännen

Lene Voigt

Ä Wanderer gommt, verdräckt, verlaust,

Ins Heimatdorf zurückgesaust.

Fünf Jahre blieb‘r in dr Främde,

Nu war gabutt sei lätztes Hämde.


Dr Zellner dudn nich ergänn

Un läßtn gald voriberränn‘.

Drotzdäm ´r mal sei Freind sich nannte

Das is doch eechentlich ´ne Schande.


Nu gommt dr Wandrer vor ä Heischen,

Drin wohnt sei Schatz, das gleene Meischen,

Da schteht se ooch am Fänster grade

Un gießt de Blum un de Domade.


Dr junge Mann grießt: „Gudden Morchen,

Mei allerliebstes hibbsches Dorchen!“

De Gleene awer meent: „Nanu,

Wie gomm ich dänn dadrzu?“


„Ach,“ seifst dr Wandrer vor sich hin,

„Muß ich doch bloß ä Färkel sin,

Daß geener mich ergännt vor Dräck

Un alle guggen wieder wäg.“


Da goomt ´ne alte Frau gehumbelt,

Ä bisschen schief schon un verschrumbelt,

Die siehtn gaum, da lacht se schon:

„Härrrjehmerschnee, das is mei Sohn!“


Quelle

Voigt, Lene: Säk‘sche Balladen. Leipzig o. J.

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