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Sommerschnee

Berndt Seite

Hardcover, 124 S., 2020 erscheint demnächst; Bereits vorbestellbar

ISBN: 978-3-86397-134-2
Preis: 15,00 €

Sommerschnee – das sind die luftig-bauschigen Samenfasern der Pappelfrüchte, die sich im Sommer öffnen und die Welt mit ihrem weißen Flaum überziehen: Schnee in der wärmsten Jahreszeit. Mal melancholisch, mal mandelbitter, aber stets in größter Genauigkeit geht Berndt Seite auch in seinem neuen Lyrikband den Erscheinungsformen der Natur nach und lotet in ihnen die Bedingungen des Lebens aus.

Heit gieht‘s auf Sachsen naus

Heit gieht‘s auf Sachsen naus

Heit gieht‘s auf Sachsen naus,

kaa Musiker blebbt ze Haus,

waar när e bissel limpern ka,

daar stimmt miet a.


Wenn mer in e Haus neikümm,

saah mer uns nooch‘n Krautfass üm,

do legn mer de Nuten drauf

unn spieln en auf.


Erscht kimmt dr Tiroler dra,

dann kimmt‘s Hopserle aah.

Müßt mer racht aanig sei,

nort klingt dos fei.


Mozart sei mer freilich net,

glaab ober, viel faahlt aah net,

wenn mer aah kaane Nuten ka,

härt sich‘s doch a.

Überliefert aus Annaberg, 1905

„Heit gieht‘s auf Sachsen naus!“ war das Motto der böhmischen Bergmusikanten, der sogenannten „Fazer“, wenn sie zur großen Wanderschaft aufbrachen. Musizierend zogen sie von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, durch die deutschen Länder. Sie kehrten erst im Winter, wenn sie genug verdient hatten, zu ihren Familien zurück.

Bildnachweis

Kopfbild: Die Heimkehr (Wandermusiker mit Geige überquert eine Brücke) von Franz Xaver Gruber.

Noten: Scann Ursula Brekle

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