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Tanja Langer
Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung
Roman

Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Puppenspielhaus Hohnstein

Puppenspielhaus Hohnstein

Henner Kotte

Eins aufn Kopp

„Tri-tra-trullala, Kasperle ist wieder da!“ Jedes Kind wächst mit ihm auf, kennt seine Einfalt, seine Freunde und die Feinde: Gretel mit der Stimme der Vernunft. Polizist, Prinzessin, König als Vertreter von Staat und Ordnung. Und all die, die den Frieden nicht zulassen wollen: Hexe, Teufel, Krokodil und Räuber. „Seid ihr alle da?“ Ja! Die Dramaturgie ist stets die gleiche: Kasper bekommt was auf die Mütze und das Gute siegt. Generationen haben diese Figuren begeistert. Kasper trägt ’ne Zipfelmütze, ein Kostüm mit buntem Muster, in der Hand hat er ’ne große Klatsche – Slapstick eben. Hohnstein ist der Bursche 1928 zugewandert. Die Wandervogelbewegung entdeckte gesundes Leben und die Sächsische Schweiz. In der Burg zu Hohenstein fanden die Familien Quartier. Max Jacob unterhielt dort mit Kasper die Wanderer samt ihren Kindern, bald wurde er zu diesen Aufführungen verpflichtet. So inszenierte er und „schrieb, und schon bald reihten sich Puppenspieler, Schnitzer, Näherinnen und Lehrer zu ihm. Es wurde gespielt, geschnitzt und Puppenspiel gelehrt.

Die Puppenherstellung wurde zum Wirtschaftszweig in Hohnstein.“ Alle Gesellschaftsordnungen attestierten Jacobs Kasperpuppen: „pädagogisch und künstlerisch besonders wertvoll“. Sie spielten sich über alle Bühnen der Welt und des Fernsehens. „Er tut das Moralische rein vorbildlich, er moralisiert aber nicht. Und dieses Vorbild nehmen die Kinder in sich auf.“ Ein festes Haus hat das Hohnsteiner Handpuppenspiel. Alljährlich trifft man sich zum Puppenspielfest. Max Jacob starb hochbetagt 1967 und ruht gleich neben seiner Wirkungsstätte. Kasperle lebt.

Adresse und Kontakt

Max-Jacob-Straße 1

01848 Hohnstein

Tel.: 035975 / 80036

http://www.max-jacob-theater.de/

www.hohnsteiner-kasper.de


*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Vorschaubild: Hohnsteiner Kasper, 2006, Urheber: Florian Prosch via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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