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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Dornburg

Dornburg

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe hielt sich vom 7. Juli bis 12. September 1828 im Renaissance-Schloss der Dornburger Schlösser auf, gelegen an der Saale. Er war vom Tod seines Freundes, Großherzog Karl August von Weimar, tief betroffen. In der ländlichen Abgeschiedenheit wollte Goethe trauern. Und er ging damit auch den Feierlichkeiten der Beisetzung des Großherzogs aus dem Weg. Hier arbeitete er weiter am Faust, Teil 2, schrieb die Dornburger Gedichte und Briefe, beschäftigte sich mit dem Barometer und mit Fragen zur Landwirtschaft. „Sein Eckermann“ stand ihm zur Seite.

 

In den weitläufigen Gartenanlagen, die zum Spazieren einladen, liegen die drei Dornburger Schlösser, die nach 1990 rekonstruiert worden sind:

 

- Das Alte Schloss im 16. Jh. erbaut auf einer ehemaligen Königspfalz.

 

- Das Rokokoschloss aus dem 18. Jh.

 

- Das Renaissance-Schloss aus dem 16. Jh.

 

Ursula Brekle, August 2023

Renaissance - Schloss, Dornburger Schlösser.
Renaissance - Schloss, Dornburger Schlösser.

 

Früh, wenn Tal, Gebirg und Garten
Nebelschleiern sich enthüllen,
Und dem sehnlichsten Erwarten
Blumenkelche bunt sich füllen;


Wenn der Äther, Wolken tragend,
Mit dem klaren Tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet;


Dankst du dann, am Blick dich weidend,
Reiner Brust der Großen, Holden,
Wird die Sonne, rötlich scheidend,
Rings den Horizont vergolden.

Das Alte Schloss.
Das Alte Schloss.
Das Rokoko-Schloss.
Das Rokoko-Schloss.

Bildnachweis

Fotos: Ursula Brekle

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