Sachsen-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Sachsen-Lese

Berndt Seite

Wo Gegenwart und Erinnerung aufeinandertrifft, entsteht Zukunft, die werden könnte, neben einer Zukunft die werden wird. Zeitengewendet denkt und fühlt dort, wo das Heute in all seiner Bedingtheit spürbar wird. 

Unser Leseangebot
Winter

Winter

Heinrich Heine


Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;

Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren; –
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab der Baum dich übergossen.

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freudgem Schrecken;
Duftge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich in Blüten,
Und dein Herz es liebt aufs neue.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Sonett 18
von William Shakespeare
MEHR
Am Fenster lehn ich
von Theodor Storm
MEHR
Im Frühling
von Johann Meyer
MEHR
Liebe, wunderschönes Leben
von Joseph Freiher von Eichendorff
MEHR
Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen