Sachsen-Lese

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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Flaumguchen

Flaumguchen

Lene Voigt

Frau Riedel kommt mit dem Kuchenblech vom Bäcker. Erstaunt wird sie von Frau Bartel gefragt: „Nanu, Riedeln, was is denn bei Sie los? ’s hat wohl eens in dr Familiche Gebortsdaach?“

“Gebortsdaach? Nee.“

,,Oder is amende gar änne Verlowung in Aussicht"

,,Ajia.“

“Na verbibbch, Se missen doch ärchend ä besondern Anlaß drzu hamm, dasse an ä ganz gewehnlichen Middewoche Flaumguchen backen!“

,,Mei Mann hatte solchen Abbedid druff, das is alles."

„Das is alles? Un bloß desderwäächen loofen Sie glei bein Bäcker un dun een machen ?“

„Allerdings, Riedeln, sähre märkwärdch is das. Da sieht mersch ähmd wieder ämal, wie schwach Sie sin. See genn dn Männern eefach nischt abschlaachen.“


Quelle

Voigt, Lene: Mir Sachsen! Leipzig o. J. Originalausgabe

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