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N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Nu grade

Nu grade

Lene Voigt

Gezeichnet von Heinrich Zille.
Gezeichnet von Heinrich Zille.

Wie oft geht uns was schief im Lähm.
Doch darf mer das so schwär nich nähm
Un jammern laut: "Wie schade!"
Ärscht rächt schbornt das de Gräfte an,
Un frisch befeiert ruft mer dann:

                           Nu grade!

Wenn alles glabbte in dr Welt,
So wie mer sich's hat vorgeschellt,
's wär mit dr Zeit rächt fade!
Aus hindernissen schbät un frieh
Wächst frehlich-fräche Enerchie.

                            Nu grade!

Gemeene Mänschen reich an Zahl
Dräächt unsre Erde nu eemal
In jederlei Formade.
Doch jedes Been, das mir geschellt,
Das bracht' mich weiter uff dr Welt.

                            Nu grade!

 

Voigt, Lene: Mir Sachsen - Lauter gleenes Zeich zum Vortragen (Sammlungen von Texten aus verschiedenen Zeitschriften, zwei Bände) , Leipzig o. J., Originalausgabe.

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