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Arno Pielenz
Kennst du Heinrich von Kleist?

"... mein Leben, das allerqualvollste, das ein Mensch je geführt hat." So schrieb Heinrich von Kleist an eine seinem Herzen nahe stehende Verwandte wenige Stunden, bevor er sich mit seiner Todesgefährtin am Wannsee erschoss.

De säk'sche Lorelei

De säk'sche Lorelei

Lene Voigt


Jch weeß nich, mir isses so gomisch

Un ärchendwas macht mich verschtimmt.

S'is meechlich, das is anadomisch,

Wie das ähmd beim Mäuschen oft gimmt.

 

De Älwe, die bläddschert so friedlich,

Ä Fischgahn gommt aus dr Tschechei.

Drin sitzt 'ne Familche gemiedlich,

Nu sinse schon an dr Bastei.

 

Un ohm uffn Bärche, nu gugge,

Da gämmt sich ä Freilein ihrn Zobb.

Se schtriecheltn glatt hibbsch mit Schbugge,

Dann schtäcktsn als Gauz uffn Gobb.

 

Dr Vader da unten im Gahne

Glotzt nuff bei das Weib gans entzickt.

De Mudder meent draurich: "Ich ahne,

Die macht unsern Babbah verrickt."

 

Nu fängt die da ohm uffn Fälsen

Zu sing ooch noch an ä Gubbleh.

Dr Vader im Gahn dud sich wälsen

Vor Lachen un jodelt: ,,Juchheh !"

 

,,Bis schtille", schreit ängstlich Ottilche.

Schon gibbelt gans forchtbar dr Gahn,

Un blätzlich versinkt de Familche . . .

Nee, Freilein, was hamse gedan!

Quelle

Voigt, Lene: Säk'sche Ballden. Leipzig vor 1936

Bildnachweis

Kopfbild: Gemälde von Philipp Foltz (1805-1877)

Abb. im Text: Säk'sche Ballden. Leipzig vor 1936, S. 13, gez.W. Rosch

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