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Rimantas Kmita
Die Chroniken des Südviertels
Roman
Aus dem Litauischen von Markus Roduner

Eine Geschichte über die Zeit und die Kinder des wilden Kapitalismus

Mit seinem Debütroman setzt Rimantas Kmita seiner Heimatstadt Šiauliai und den 1990er Jahren ein literarisches Denkmal. Geschrieben in der Umgangssprache der nordlitauischen Stadt jener Zeit, voller Slang- und Schimpfwörter, erzählt er die Geschichte des jungen Rimants aus dem Südviertel in der wilden Periode kurz nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens.

Festung Königstein

Festung Königstein

Henner Kotte

Sächsisches Alcatraz

Die Festung Königstein ist Mythos, Legende, Museumsort. Bereits 1692 rühmte man sie als „Zierde und Krone“ des Sachsenlandes. Sagenhaft: 250 Meter über dem Elbfluss erhebt sich das Plateau des Tafelbergs. 42 Meter fallen die steinernen Wände senkrecht nach unten. Bereits im 13. Jahrhundert hatte man seine strategische Lage erkannt und eine Burg drauf gebaut. 1408 brachte der sächsische Markgraf die Festung endgültig in wettinischen Besitz und vergaß ihn. Kurfürst August verpflichtete 1563 den Freiberger Bergbaumeister Martin Planer, einen Brunnen zu graben. Sagenhaft: Mit 152,5 Meter ist er noch immer der zweittiefste Europas. 5,5 Sekunden braucht’s, um wieder unten aufzuschlagen. Ein formidables Brunnenhaus umkleidet das Erdloch.

1589 ließ Kurfürst Christian den hohen Fels zur Festung ausbauen. Klüfte und Spalten wurden mit Mauern verfüllt, sie wirken wie mit dem Gestein verschmolzen. Sagenhaft: Man behauptet, keinem Feind gelang es, den Königstein einzunehmen. Der Tourismusverband hat dies auf seine Fahnen geschrieben: „Festung Königstein – Schon erobert?“ Wohl wahr, doch war es nie nötig, Kämpfe zu führen: Die Sachsen hatten schon vorher kapituliert. Besetzt hatten den Königstein Preußen, Franzosen, Russen, Sowjetsoldaten. Strategisch war er nie von Bedeutung. Sagenhaft: Einem Ofensetzer gelang es, von unten her entkräftet über die Mauer zu steigen.

Als Gefängnis förderte die Festung selbst ihren Mythos. Namhafte saßen in ihren Zellen. Knapp 1.000 Inhaftierte verzeichnen die Bücher. Sagenhaft: Johann Friedrich Böttcher experimentierte in der Georgenburg. Der Anarchist und Revolutionär Michail Bakunin saß vor Ort ein. Andersdenkende wie August Bebel und Fritz Heckert hat man hier inhaftiert, aber auch die Satiriker Frank Wedekind und Thomas Theodor Heine. Mehrmals diente die Festung als Kriegsgefangenenlager für ranghohe Offiziere. Sagenhaft: Am 17. April gelang Henri Giraud die Flucht vom Berg. Er flocht Bindfäden zum Seil, wob darein den Kupferdraht, den seine Frau im Päckchen schickte, lernte akzentfrei deutsch und prägte sich die Landschaft von der Karte her ein. Weder Deutsche noch Franzosen konnten die Geschichte glauben. Der General, er blieb umstritten, seinen Coup erzählt man gern.

Unbestritten: Lage und Blick vom Fels sind einzigartig, und 9,5 Hektar Festung suchen ihres gleichen. Der Wallgang ist 1.800 Meter lang. 42 Meter sind die Mauern hoch. Sagenhaft: Das größte Weinfass aller Zeiten, in das 2.386 Hektoliter passten, ward hier oben wohl gefüllt.

Allein vom Fass existieren nur noch Kupferstiche. Noch sagenhafter Carl Heinrich von Grunau, der „einst im Weinrausch / Im Fensterbogen schlief / Gleich neben ihm der Abgrund / Gähnt unten schaurig tief. / Der Churfürst läßt ihn leise / Ans Fenster binden fest / Worauf er durch Trompeter / Alsdann ihn wecken läßt. / Der Schläfer mit Entsetzen / Schaut seine Lagerstätt’ / Noch heute heißt im Volksmund / Das Fenster: Pagenbett.“

Allbekannt das Spottlied „Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida, muss doch auch ein Bäcker sein, juppheidiheida. Bäcker schlägt die Fliegen tot und macht daraus Rosinenbrot. Juppeidi und juppeida.“ Sagenhaft.


Festung Königstein

01824 Königstein

Tel.: 035021 / 64607

https://www.festung-koenigstein.de/de/

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Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Carolin Eberhardt.

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