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Sabine Gruber und Ralph Zade
Wiesbaden
Die 99 besonderen Seiten der Stadt
Reiseführer

Hier gibt es gleich zwei Schlösser, eines in der Innenstadt, eines in Biebrich, große und kleine Museen zu Kunst, Geschichte und vielem mehr, eine Spielbank, in der schon Dostojewski sein Geld verlor, eine Villa, in der Brahms eine Symphonie komponierte, eine Kirche, in der Martin Niemöller predigte, und ein Bahnhofsgleis, das für Kaiser Wilhelm II. reserviert war. Landeshauptstadt von Hessen, Hauptstadt des ehemaligen Herzogtums Nassau, Weltkurstadt, Stadt des Historismus, Stadt des Films und Stadt des Kirchenbaus, stets weltoffen – das alles ist Wiesbaden.

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Richard-Wagner-Denkmal

Richard-Wagner-Denkmal

Henner Kotte

Der größte Wagner der Welt

Richard Guhr war Professor für Monumentalkunst und Wagnerianer. Um seinen Helden zu ehren, schuf er das erste Wagner-Denkmal Deutschlands und das größte der Welt. Geplant war dessen Aufstellung im Großen Garten zu Dresden. Der Erste Weltkrieg verhinderte dies. Auch Teplitz verweigerte einen Standort. Das Denkmal wurde vergessen. Erst 1930 entdeckte der Künstler Sizzo Stief die Bronze wieder und suchte nach einem würdigen Platz. Der Wirt der Liebethaler „Lochmühle“ gab ein Stück Land und versprach sich touristischen Zustrom. Hier im Tal der Wesenitz war einst auch Richard Wagner gewandert. So kündet die Tafel: „Unter dem Schutze der Amtshauptmannschaft Pirna wurde hier an der Werdestaette des Lohengrin dem Meister von dankbaren Verehrern das erste Denkmal in Sachsen errichtet (…) im Wagnerjahr 1933.“ 1846 verbrachte Dresdens Hofkapellmeister den Sommerurlaub mit Gattin in der Sächsischen Schweiz.

Das Schäfersche Gut in Graupa war ihm Quartier. 1907 machte man dieses „Lohengrinhaus“ zum ersten Richard-Wagner-Museum. In seiner Nähe endlich konnte das große Denkmal stehen. „Als Künderin aller Herrlichkeiten von Gottes freier Natur hat Richard Wagners Kunst Monumentales verwirklicht. Dafür soll dieses monumentale Mal inmitten von Gottes freier Natur Zeuge sein.“ Es zeigt den Künstler als Gralsritter. Ihm zu Füßen liegen die Elemente seiner Musik: das Sphärische, das Lyrische, das Dramatische, das Dionysische und das Dämonische. 1942 sollte das Denkmal als „Opfer für die Zukunft der Nation und die Erhaltung deutscher Art und Kultur“ eingeschmolzen werden. Es steht noch heute im engen Tal.


Adresse

am Malerweg im Liebethaler Grund

01796 Pirna (bei Lohmen)

*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Vorschaubild: Denkmal mit Sandsteinsockel, 2006, Urheber: Raspunicum via Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5.

Bronzetafel im Sockel, 2006, Urheber: Raspunicum via Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5.

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