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Tanja Langer
Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung
Roman

Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Marx-Engels-Denkmal

Marx-Engels-Denkmal

Henner Kotte

Friedrich und Karl werden versetzt

Es war dem Sozialismus eigen, dass er die philosophischen Klassiker seiner Weltanschauung ehrte. Auch Karl-Marx-Stadt bekam ein Karl-Marx-und-Friedrich-Engels-Denkmal. Am 22. Juni 1857 weihte man die Skulptur von Walter Howard auf dem Schillerplatz. Fortschreitend zeigt es die Freunde auf dem Weg: „Jeder Schritt echter Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme.“ In der großflächigen Neugestaltung der Chemnitzer Innenstadt fanden Marx und Engels keinen Platz. Sie wurden vor die EOS „Karl Marx“ auf den Karl-Marx-Platz versetzt. Dort schlendern sie durch den nahen Park der Opfer des Faschismus und werden sich Gedanken machen.

Adresse

Park der Opfer des Faschismus

09111 Chemnitz

Tel.: 0371 / 381320


*****

Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Marx und Engels Denkmal in Chemnitz, 2010, Urheber: Fototro via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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