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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Harbistlied

Harbistlied

Anton Günther

Ölgemälde von Carl Vinnen (1868-1922): Birkenhain im Herbst
Ölgemälde von Carl Vinnen (1868-1922): Birkenhain im Herbst

1. Wenn de Blümla nimmer blüha un kaa Vögela läßt meh sei Liedel schalln,

wenn de Vugelbeer rut glüha, von de Baamer de Blätter falln.

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.


2. Gieht de Sonn schu übern Tog ei un der Naabel drückt sich an de Fanster ra,

wenn de langa finstern Obnd sei, kriecht mer wieder an Ufen na:

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.


3. Sieht mer hie un do de Robn fliegn, un der Wind saust frostig über Wies un Wald,

tut’s von weiten schu nooch Schnee riechn hinnern Barg haar su eisig kalt:

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.


4. Is de Gungazeit verschwunden, Lust und Lieb verrauscht, vorbei de schännsten Gahr,

hot es Herz sei Ruh gefunden, is der Mensch alt, sei weiß de Haar:

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.

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