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Frank Meyer

Raum 101
Erzählungen über Männer

Von dem Konflikt mit dem Vater beim Froschschenkeljagen, den abenteuerlichen Gefühlen einer Kinderliebe, den bleibenden Momenten mit dem besten Freund, die erschütternden Erlebnisse beim Bund...teils einfühlsam, teils derb erzählen die Geschichten dieser Sammlung, wie Jungen und Männer sich in verschiedenen Lebensabschnitten bewähren... oder wie sie versagen. 

Harbistlied

Harbistlied

Anton Günther

Ölgemälde von Carl Vinnen (1868-1922): Birkenhain im Herbst
Ölgemälde von Carl Vinnen (1868-1922): Birkenhain im Herbst

1. Wenn de Blümla nimmer blüha un kaa Vögela läßt meh sei Liedel schalln,

wenn de Vugelbeer rut glüha, von de Baamer de Blätter falln.

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.


2. Gieht de Sonn schu übern Tog ei un der Naabel drückt sich an de Fanster ra,

wenn de langa finstern Obnd sei, kriecht mer wieder an Ufen na:

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.


3. Sieht mer hie un do de Robn fliegn, un der Wind saust frostig über Wies un Wald,

tut’s von weiten schu nooch Schnee riechn hinnern Barg haar su eisig kalt:

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.


4. Is de Gungazeit verschwunden, Lust und Lieb verrauscht, vorbei de schännsten Gahr,

hot es Herz sei Ruh gefunden, is der Mensch alt, sei weiß de Haar:

Nort is Harbist worn, allis muß verdorrn, wos su schie geblüht zer Sommerszeit.

Schafft fest Haazing rei, ’s muß warm im Stübel sei, wenn’s im Winter stürmt un schneit.