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Eberhard Klöppel

Das Mansfelder Land 1974–1989
Bildband
Mit einem Text von Michael Birkner

Kaum ein Bildreporter hat so intensiv das Geschehen im Mansfelder Land beobachtet wie Eberhard Klöppel. Er begann schon früh zu fotografieren. In seinem Archiv gibt es Tausende Fotos vom Leben in seiner Heimat. Aber wichtigstes Thema waren für ihn Bergbau und Hütten – und vor allem die Menschen, die dort arbeiteten.

Klöppels Fotos zeigen nicht die vermeintliche Tristesse und Resignation, sondern vermitteln Leben. Nie agiert er als Regisseur, sondern konsequent als Beobachter, als Dokumentarist seiner Zeit. Er zeigt, wie es war in diesen Jahren im Mansfelder Land: Ob es der Umzug der Ausgezeichneten am 1. Mai ist, die Hochzeit mit Dreimannkapelle und den tanzenden Gästen, der von Frauen in Kittelschürzen umringte Kosmonaut Sigmund Jähn bei der Autogrammstunde, das Leben in der Mittelstraße in Helbra, das »Dreckschweinfest« der Grunddörfer zu Pfingsten oder auch der Wiesenmarkt in Eisleben.

Kaßberg-Gefängnis

Kaßberg-Gefängnis

Henner Kotte

Panoptisches System

„Das panoptische Gefängnis besteht aus einem Überwachungsturm im Zentrum eines kreisringförmigen Gebäudes. Mit dieser Anordnung können alle Gefangenen von einem einzigen Wärter im Überwachungsturm überwacht werden. Die Zellen sind offen und das von beiden Seiten einfallende Licht sorgt für totale Transparenz. Jede Bewegung kann registriert werden, dabei bleibt der Wärter für die Gefangenen unsichtbar.“ Nach diesem System wurde die Königlich-Sächsische Gefangenenanstalt auf dem Kaßberg konzipiert und 1886 eröffnet. Verbrecher saßen ein. Das NS-Regime nutzte das Gebäude. Nach dessen Zusammenbruch inhaftierte hier zunächst die sowjetische Besatzungsmacht, bevor die Anlage vom MfS betrieben wurde. Mit der Bezeichnung UHA – Untersuchungshaftanstalt – verschleierte man, dass hier kaum polizeiliche Verhörmethoden bei den politisch Missliebigen angewandt wurden.

Stets erweitert, fanden hier letztlich 370 Inhaftierte Platz. „Seit der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wickelte im Auftrag der SED das MfS die Entlassung der von der BRD gegen Devisen freigekauften Häftlinge über diese MfS-UHA ab. Dafür gab es drei gute Gründe. Erstens zwangen Baumaßnahmen in der Strafvollzugseinrichtung Berlin II dazu, auf ein anderes Gefängnis auszuweichen. Zweitens war der Transportweg kurz. Und drittens hatte die UHA Karl-Marx-Stadt die erforderliche Größe, um mehrere hundert Häftlinge kurzfristig zusätzlich aufnehmen zu können.“ Mehr als 33.000 verließen von hier ihre Heimat DDR. Heute ein Museumsort zum Lernen und Gedenken.

Adresse und Kontakt

Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis

Kaßbergstraße 17

09112 Chemnitz

Tel.: 0371 / 3824854

https://gedenkort-kassberg.de/


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Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Ehemaliges Gefängnis am Landgericht angrenzend, 2013, Urheber: (dwt). via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit Chemnitz Kaßberg 04, 2014, Urheber: Rillke via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit Chemnitz Kaßberg 06, 2014, Urheber: Rillke via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit Chemnitz Kaßberg 03, 2014, Urheber: Rillke via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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Chemnitz 09112

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