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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Sei Weihnachtsfichtel

Sei Weihnachtsfichtel

Willy Rudert

Dr Seiferts Emil hoot alle Goahr ze Weihnachten sei Baamel drhamm drin dr Stub stiehe. Lang ne Kinnern wegn hoot‘r geern e Fichtel oageputzt mit Gloszeig, Epfel, Nüss‘ un Zuckermännlen, un de Kinner haben do alle Goahr ihr helle Fraad droa gehatten. Nia, und e setts Baamel hoot ne ja sinst aah watter nischt gekost. Halt när e wing aufpassen hoot‘r müssen, aß‘r draun Wald net epper gerod ne Färschter nei de Händ geloffen is.

 

Sue hoot‘r siech aah wieder emoll - ‘s war e gonz poar Tog vurn Heilign Ummst – af de Socken gemacht, is de Plauische Stroß dringehinter bis drübn über de Siebnhitz naus, wue‘r siech dorte den Wald lang ne Summer über setts schess‘, klass‘ Fichtel rausgesucht hat. ‘s stund aah noch dorte. ‘r nimmt sei klass Handsegel aus seiner Rocktasch raus und schnadt siech des Fichtel oh.

 

Nu hoot ober dr Emil geern emoll e Seidel Bier getrunken und is aufm Hammweg ben Siebbnhitzr Kober emoll eingekehrt. Virsichtig hoot‘ sei Baamel nei de Eck gelaahnt un is nu halt e wing länger sitzen gebliebn, als wie‘r siech verneh virgenumme hatt, und hoot dodrbei halt aah e poar Seidle Bier meh neigekuttelt, als wos‘r ven Rechts wegn vertrogn kunnt. Un wie‘r endlich ummst hamm is, do is‘r scha e wing in Zickzack de Stroß dingehiegelautelt. Drbei hot‘r sei Bammel krampfhaft in sann Händen festgehalten und hoot‘s steif vur siech hiegetrogn wie e Muestmoa sann Drehtorm. Dodrbei haben ne nu de Ästle ven den Baamel egoal neis Gesicht gekroalt; und wie‘r e Stück geloffen war, do blabbt‘r af aamoll gählings stiehe, schüttelt argerlich sann Kopf und sogt: „V...verdimian, nu möcht ich n...när emoll wissen, wenn iech aus den d...daamischen Wald nauskumm.“

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